Montag, 25. Mai 2009

Entscheidungsproblem

Entscheidungsprobleme können einen doch manchmal echt zum Wahnsinn treiben: http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/china_selbstmoerder__1.2610724.html

An sonsten gehts mir gut, beschäftige mich vorwiegend mit Entscheidungsproblemen anderer Natur, falls sich jemand wirklich grundlos ernsthaft sorgen gemacht haben sollte :)
Und morgen kommt der Sommer (diesmal aber wirklich!!), yippeee

So kurz und gut, bis denn

Edit: Leider verweist der Link auf eine andere Seite als gestern, wohl kein statischer Link, und den Artikel von gestern kann ich nicht mehr finden. Nungut, einfach den Post ignorieren ... :(

Edit2: Ok, hab den Artikel gefunden, der Link funktioniert wieder

Montag, 11. Mai 2009

День Победы


Am 9. Mai haben wir, versteckt als Deutsche unter mindestens 5000 Milliarden Russen, an der Tverskaja Ulitza den Tag des Sieges [über den Faschismus] gefeiert. Die Kapitulation wird hier am 9. Mai gefeiert, aus zeitverschiebungstechnischen Gründen glaube! ich.
Die eigentlichen Feierlichkeiten fanden Samstag morgen um 10 Uhr statt, jedoch nicht bei uns, sondern 3 km eintfernt am roten Platz. Dort kam man jedoch nur rein, wenn man entweder Putin kannte, kennt, oder ihn kennen wird, Medwedjew kennt, ihn kennen wird, oder ihn früher schon kannte. Sprich: Hunde müssen da leider draußen bleiben. So standen wir also 1 1/2 Stunden an der Tverskaja und warteten Sonnendurchtränkt auf den Siegesmarsch der Russen. Nunja ... was soll man sagen, fing schon alles ziemlich beeindruckend an. Zuerst gab es eine gewaltige Flugshow direkt über unseren Köpfen, danach zogen die Panzer ein. Nach 10 Minuten kam es jedoch zu einem Stau und so standen 10 Panzer und 500 Polizisten umringt von 50000 Menschen mit 100000000 Fotoapparaten in der Sonne und starrten den Stau an. Als sich der Stau nach 30 Minuten und 500 Fotos im Stile "Ich, mein Sohn und der Panzer" später auflöste, kam auch schon die ernüchterung. Statt eines weiteren beeindruckenden Aufmarsches von Kriegsmaschinerie fuhr das orangene Heer der Straßenreinigung hinterher und putzte die Ölflecken von der Straße. Nunja, hatte es schon etwas "größer" erwartet.
Dafür wurden wir abends mit einem gewaltigen Feuerwerk am dunkelblauen, 20° warmen Abendhimmel entlohnt :)

So einfach ist das manchmal mit der Volksbefriedigung.

Was soll man sagen, schaut euch einfach die Bilder an.

С днём победы!

Hier nochmal die Parade im Fernsehen:



und hier das abendliche Feuerwerk:



und hier meine Eindrücke direkt vom CMOS erst aufs Magnet dann übers Netz, zu euch:

День Победы

Montag, 4. Mai 2009

Конная Милиция

1. Ich lebe noch immer, mir geht es auch nachwievor ausgezeichnet. Das Wetter hat die 20 Grad Marke klar überschritten, die Bäume sind langsam grün, die Springbrunnen voller Wasser.
2. denke ich daher: "ein Grund mehr, mal wieder was Kleines zu schreiben!"

Mein Theme heute: Pferde!

In Russland laufen mir Pferde doch öfter über den Weg, als ich gedacht hätte. Dazu 2 kleine Anekdoten.

Die erste spielte sich um 6 Uhr Nachts ab. Nach einer harten Partynacht *gg*, waren Friedhelm, Julia und ich auf dem Weg nach Hause. Leider war die Metro noch nicht offen. So standen wir also mitten im Stadtzentrum, am Nachttreffpunkt Nummer 1 in Moskau: An der Metrostation Чыстые Пруды (Chistij Prudij, siehe Bild), bereit zum warten auf unsere Metro.


Kurzentschlossen gingen wir, um uns die Zeit zu vertreiben und uns noch etwas zu stärken, in den Produktij um die Ecke (Späti). Kaum hatten wir den Laden wieder verlassen, fingen wir plötzlich an zu lachen. 2 Pferde tauchten aus der Metro auf und blieben direkt neben uns stehen. Ihre Reiter schienen ziemlich angetrunken zu sein, und auf die Frage "was es denn auf dem Pferd von hier bis zur Universität" kostet, meinte der nicht ganz so besoffene Reiter nur freundlich: "100 Rubel". Nunja, erstaunt über diese unerwartete Antwort haben wir kurz nachgedacht, und uns dann doch dagegenentschieden (mit einem besoffenen Reiter auf einem hoffentlich nüchternem Pferd früh morgens im Nochdunkel eine Stunde nach Hause zu reiten schien mir im Abgang doch etwas langwierig). Nunja, so zogen sie besoffen weiter ihren weg durch die nochnächtliche Stadt. Warum sie dort langritten und wie sie dort hinkamen, wieviel sie getrunken hatten und ob besoffen Reiten in Russland der einzig legale Weg neben dem Taxi ist, nachts bequem nach Hause zu kommen, weiß keiner. Ich finde folgende Antwort fasst es ganz gut zusammen: Russland

Soviel zur ersten Anekdote

Die 2. ist nicht weniger Märchenhaft (ja, so euphemistisch würd ich die Geschehnisse hier manchmal betrachten).
Eines Sonntages saßen wir, ziemlich früh und dann aber auch noch ziemlich lange, im Wald. Es gab Saschlik vom Grill, Bier und Vodka. Casha hatte Geburtstag. Wir speißten und tranken, wie es sich für eine Runde Russen gehört. Die Sonne schien uns durch die Wipfel der Bäume auf die nackte Haut. Entfernt hörte man das rege Treiben das anliegenden Parks wie ein fernes Jahrmarktrauschen. Plötzlich hieß es nur "Achtung, Milizia, Alkohol verstecken und ruuuuhig". Doch zu spät, sie hatten uns entdeckt. Da schau ma einer an: Durch den nachmittaglichen Sommerwald wanderten doch tatsächlich 2 Polizisten. Und um das Märchen perfekt zu machen, kamen sie nicht einfach durch das dickicht gelaufen, nein sie ritten! Edle Ritter in Uniform, man man man, die Sonne und das Bier machten die Illusion perfekt

Kaum hatten Sie uns mit ihren Gaulen erreicht, bemerkten Sie auch schon unsere leicht feierliche Stimmung. Nun, sie haben hier Probleme mit Pennern im Wald, darum schauen sie hier herum. Nun, es sei kein Problem, wir könnten nur weiter hier bleiben, sollte jedoch alles aufräumen. Alles fein. Einer von uns lag jedoch bereits im tiefsten Mittagsschlaf. "Was er denn mache?" fragten sie. "Schlafen, er ruht sich aus" sagten wir. Tatsächlich ruhte er sich aus, jedoch nicht weil er, wie wir der Polizei zu erklären versuchten "die ganze Nacht Faust übersetzt hatte, und nun etwas Erholung brauche", sondern weil er es verdammt nochmal richtig nötig hatte, Mittagsschlaf zu machen, um die ihm fehlende Nacht aufzuholen :) (tatsächlich ist er von Beruf technischer Übersetzer Deutsch<->Russisch, und Faust zu übersetzen könnte man schon fast wie eine anspruchsvolle technische Aufgabe betrachten) Auf die Frage, ob es denn Ausländer hier unter uns gebe, meldeten Johann und ich mich brav. Ob er, der da am Boden im Sonnenlicht schlafe, auch ein Deutscher sei, wollten sie wissen. Wir fingen an zu lachen, als Johann auf ihn zeigte mit der Bemerkung "Ну смотрите! Он же русский!!" (Nun schauen sie! Er ist doch wohl ma ganz klar ein Russe!)
Auch sie lachten, schienen ihren Job kurzzeitig gegen unsere Freizeit eintauschen zu wollen, und ließen uns dann mit einem "Do svidanija" in Frieden. So ziehen sie sicher noch heute durch den Wald, immer auf der Suche nach dem gemeinen Waldpenner, der ihnen doch solche Kopfschmerzen bereitete.

Soviel zu meinen 2 kleinen Pferdeerlebnissen. Das waren die besten Pferde die ich bisher gesehen habe.

So, jetzt gehts erstmal raus in die Sonne :) 25° ich komme ...

p.s. ich bleib wohl noch etwas länger hier, Juli ist sicher, August mal schaun. Freu mich einfach so krass auf den Sommer hier :) Bitte nicht meckern, vorbeikommen!

Quellen: http://turizm.lib.ru/img/n/nowak_a_w/boneleg/stancija_metro_chistye_prudy_nochxju.jpg, http://newsimg.bbc.co.uk/media/images/44381000/jpg/_44381436_moscow.jpg