Sonntag, 22. März 2009

Donnerstag, ... Kuschat'

Was folgt ist mal ein kleiner nicht realchronologischer (ey, wie soll ich mich an das alles erinnern!??) Bericht des vom vergangenen Donnerstag. Passiert ist alles, allein die Reihenfolge mag variiert sein:) Aber so gibts trotzdem mal einen kleinen Enblick ins alltägliche Wohnheimleben ...

Während ich den Nachmittag noch in Ruhe damit verbracht habe, eine aus dem Englischen ins Russische übersetzte Ausgabe des Buches „Software Engineering“ [Booch G. Object-oriented analysis and design with applications] zu studieren (nunja … Vokabeln, Vokabeln, Vokabeln … denkste „Fachwörter Englisch == Fachwörter Russisch, aber nix da), fiel es mir zum anbrechenden Abend hin leider immer schwerer meine Konzentration aufrechtzuerhalten, da mich mein doch irgendwie schon vorhandenes ADetwaS dazu zwang den verlockenden Geräuschen auf dem Flur nachzugehen. Kaum geschaut befand ich mich kurz darauf auch schon einen Flur weiter in Zimmer 647, beim Alekseij, ein etwas merkwürdiger, also normaler Franzose. Nunja, nach 2 Bier in gesellschaft des Franzosen und 2 Russen aus der 17 Etazhe hab ich mich dann kurz verabschiedet um mit Olga zu kochen, die gerade aufgeregt an ihrem für Freitag angesetzten Vortrag arbeitete und dadurch und auch natürlicherweise etwas von Hunger geplagt war.
Nunja, schnell eine Dose Jaguar umgefüllt (wie schonmal gesagt, Alkohol ist ja hier komplett „verboten“. Snachit: Alkohol trinken wir im Wohnheim aus PEPSI-Flaschen oder aus Tüten. Beim ersten Mal aus der Tüte trinken kam mir dann auch ma gleich der Gedanke „Ey .. .in den USA! Das ist ja Leben wie im russischen Wohnheim“), dann ab in die Küche, bei laufendem „Radio Dacha“ (98.5 kHz Mockba) Pelmeni (600g) gekocht (5 min), gebuttert und angebraten (4 min), Smetana draufgepackt (300g) und verputzt. Klassisch. Nichts gegen die eintretende Müdigkeit einzuwenden legte ich mich glatt ins Bett und schlummerte erstmal bis ca um 23 Uhr aufm Divan im Zimmer.
Wieder geweckt wurde ich allein durch den Wunsch, nur bis 23 Uhr zu schlafen (klappt in letzter Zeit echt gut, das mit dem mentalen Wecker, nur morgens krieg ichs nicht hin :) Wieder den Kopf auf den Flur gesteckt traf ich auch gleich auf Alekseij, der offenbar den ganzen Tag auf dem Flur rumrennt und nach „Vecherimkis“ (Partys) sucht. Nun, wenn er keine findet, dann macht er eben selber eine auf. Und läd einfach alle ein. Mich halt auch gleich wieder. Ab zu ihm ins Zimmer, wo noch immer die 2 Russen saßen und doch inzwischen auch schon etwas angetrunkener ne Tütensuppe und Bier veschlangen. Apropos Essen im Wohnheim: Da muss ich mal nen kleinen Einschub machen:
Die Mensa schließt um 19:45. Danach ist Kochen angesagt. Der MGU-Eigene Laden unterm Wohnheim (in Badelatschen zu erreichen) hat bis 01:00 auf. Die Küche in unserer Etage offiziell bis 24:00, inoffiziell oft bis 1 oder 2. Wem das nicht reicht, der kann später immernoch selbst in der Wohnheimsküche im 8. Stock kochen (auch in <2 min in Badelatschen zu erreichen). Nun, wem das zu stressig ist dem ist auch noch geholfen. Einerseits kann man einfach übers Internetportal kleinigkeiten zu essen bestellen (weiß nicht wie lange) www.studenmarket.ru oder noch angenehmer einfach den hauseigenen Lieferservice rufen (Pizza, Pasta, Salate, kein! Alkohol aber sehr nette Leute, spiele jetzt mit dem einen immer Fußball =). Leider liefert der Service keine Zigaretten und kein Alkohol. Entweder tut man sich also den weiten Weg zur Metro an, wo man auf jeden fall immer alles bekommt (hin und zurück aber sicher >= 40 Minuten). Oder viel besser, einfacher und gemütlicher: Man Telefoniert einfach mit den „Lieferchinesen“. Die haben offenbar an einem unbekannten Ort (wahrscheinlich ihr Kühlschrank) einen kleinen Vorrat an Bier, Vodka und vor allem Zigaretten [Alles mit 5 Rubel aufschlag [12 cent]…]. Warmes essen liefern sie auch. Natürlich direkt aufs Zimmer, versteht sich. Manchmal hängt an den schwarzen Brettern sogar ein Zettel mit dem Menü und, viel wichtiger, der Telefonnummer aus, solange bis der Erste ihn entdeckt hat und an sich gerissen hat. Naja, wie ihr seht ist hier rund um die Uhr für alles gesorgt. Nicht China, aber Russland. Arbeitskraft kostet hier mal einfach nix, ist aber viel! wert. Was wäre Russland ohne Gastarbeiter …
Äääh wo war ich … ja genau bei Alekseij: Spektakuläres ist nicht mehr passiert. Wir saßen also noch ne Weile zusammen und haben gequatscht. Um 3 Uhr ca. sind wir dann auf dem Weg zum Rauchen über einen wie immer total übermüdeten Orxana (Sicherheitsdienst, arbeiten hier 2 Wochen lang 20 Stunden am Tag …) gestoßen, der bei uns auf dem Flur Wache schiebt. Zigarette, Essen und Bier hat er jedenfalls tapfer abgelehnt ist dann aber trotzdem mit uns kurz rausgekommen mit zum Rauchen, is aber auch öde da den ganzen Tag aufm Flur, verständlich. Da haben wir uns gleich mal mit ihm angefreundet. Nunja. Später mehr, kein Bock mehr ;)

1 Kommentar:

  1. Ganz großes Kino! Wenn ick mit meinem Streß durch bin, kuck ick mal, wie ick zu dir rüberkomme :D

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