Mittwoch, 1. April 2009

Bin ich ein Nazi?

Seltsam, seltsam in was man manchmal so reingerät. Keine Angst, ich bin doch hier immernoch weit entfernt davon, ein Nazi zu sein. Trotz allem habe ich mich doch gestern in die Rolle eine Nazis versetzt, und Befehle und schreckliche Nachrichten überbracht.
Zur Klärung der ganzen Sache: Olga wurde bei sich an der Fakultät von einer Professorin angefragt, ob sie nicht ein paar Deutsche kenne, die für einen russischen Film ein bisschen Synchronisieren könnten. Gerade erst gefragt, saßen Johann, Friedhelm und ich auch schon im Filmstudio, genauer im Tonstudio, ganz im Norden Moskaus (ahhh, genitiv :). Olga hatte vorher alles betrachtet und sichergestellt, das es sich auch um keinen Schabernack handelte. Am Anfang hieß es noch, wir sollten Hitler synchronisieren, dieser wurde jedoch dann von seinem russischen Schauspieler nach derbstem Stimmtraining selbst gespielt (naja, hört sich bisher noch nicht so gut an finde ich, aber ist ja nicht mein Film ...). Die Szenen, die wir dann zu Synchronisieren hatten, waren also eher aus kurzen Befehlen (wie sollte es auch anders sein) und dem überbringen von schrecklichen Nachrichten zusammengesetzt. ("Verbindung zum Flugzeug unterbrochen, Absturz angenommen" oder "Fass, Los!", "Halt", "Aufstehen"). Da es jedoch alles Lippensynchron sein musste, dauerten so 2-3 Sätze in a row schonmal 15-20 Minuten. Wir sind ja auch keine Profis. Die russischen "Vorlagen" (Sie hatten es schon selbst etwas Amateurhaft ins Deutsche übersetzt) der Befehle waren teilweise schon sehr merkwürdig ("Hey ihr, zu aufgestehen!"). Leider konnte von uns fahnenflüchtigen Deutschen auch Keiner den exakten Armeebefehlsjargon, da wir allesamt nicht beim BUND waren. Naja es war denen wohl auch nicht so wichtig exakt zu sein, daher haben wir uns uns einfach auf unser Gefühl verlassen.

Am meisten Spaß gemacht hat eine kleine Massenszene am Flughafen, in der wir ungefähr 3 Minuten "Hintergrundsoldaten" sprechen sollten. Naja, worüber unterhalten sich Soldaten, kein Plan. Aber wahrscheinlich über Krieg, Dienst, Bier, Feiern, Frauen, Frauen, Frauen und Frauen. Das haben wir dann auch getan. Jedoch viel es uns ziemlich schwer 3 Minuten ohne gesichtsverzerrende Lachkrämpfe auszkommen, die durch Kommentare wie den des Soldaten Friedhelm, das es ihn ja ankotzt "Das hier ja auch garnicht die Sonne scheint, alter!" (Es handelte sich um eine stark verregnete, neblige Mitternachtszene auf irgendeinem deutschen Flughafen <= 1945) hervorgerufen wurden.

Naja, zum Ende waren wir doch fast 4 Stunden mit synchronisieren beschäftigt, haben 500 Rubel bekommen und davon gleich alles wieder in Jolki Palki (ziemlich teuer, dafür aber auch kleine Portionen, sind aber satt geworden, hat gut geschmeckt) verprasst.

Schon lustig was man so erlebt, hoffen wir mal das unsere synchronisierten Darsteller super berühmt werden mit diesem Film, und wir sie dann immer Synchronisieren können :) Man sollte sich doch immer einen Viertberuf offen halten.

Achso, noch kurz zum Film, auch wenn sie uns nicht viel verraten wollten: Der Film handelt natürlich vom 2. Weltkrieg, wie wohl unschwer zu merken war, wird fürs Fernsehen gedreht, mit Stalin und Hitler und anderen Kriegsherren in den Hauptrollen und kommt am 9. Mai (tadaa) ins russische Prime Time TV (Kanal kein Plan, irgendwas staatliches), wann genau erfahren wir noch. Ich bin jedenfalls schonmal gespannt darauf meine Stimme im russischen Fernsehen zu hören ...

Achso, das war KEIN Aprilscherz, den hab ich leider schon verpeilt ... (Nein, mein Wohnheim ist doch nicht Eingestürzt ;)

2 Kommentare:

  1. Soweit ich weiß, handeln alle ausländischen Filme, in denen Deutsche mitspielen, vom II. WK.
    @sebbo: Hör auf hier rumzusurfen und arbeite lieber mal weiter!!!

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  2. ja sebbo, kann ja wohl nich sein!

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